WiFi 6E begeisterte die Netzwerkwelt mit dem neuen 6-GHz-Band. WiFi 7 erhöhte das Tempo radikal – mit breiteren Kanälen und extrem hohen Geschwindigkeiten. WiFi 8 (technisch: IEEE 802.11bn) ist ein ganz anderes Tier! Hier geht es nicht um noch mehr Spitzengeschwindigkeit, sondern darum, dass die Geschwindigkeit auch unter wirklich harten Bedingungen hoch und stabil bleibt. Selbst bei schwachem Signal, großer Entfernung, vielen Störungen in der Luft und zahlreichen Geräten, die um Funkkapazität konkurrieren, soll WiFi 8 Höchstleistung bringen.
„Wenn WiFi 7 ein Tesla auf der Autobahn war, soll WiFi 8 eine ganze Tesla-Flotte mit maximal aufgedrehter Geschwindigkeitsregelung sein – im Nebel und gleichzeitig in beide Richtungen“, sagt LordDennis, Netzwerkexperte bei Bahnhof und technisch verantwortlich für den Test.

Methode
Umgebung: Um WiFi 8 einen echten Gegner zu geben, steigen wir hinunter in unser atombombensicheres Rechenzentrum in Stockholm: Pionen. Was wäre eine härtere Testumgebung als ein unterirdischer Bunker voller Server, Metallschränke, Glaswände und drahtloser Kommunikation, 30 Meter tief im Grundgestein? Eine Art umgekehrter Faradayscher Käfig – genau die Umgebung, in der WiFi 8 theoretisch glänzen sollte.
Ausrüstung: Zwei WiFi-8-Vorseriengeräte eines führenden Routerherstellers (vorerst noch geheim), die per Mesh miteinander verbunden sind. Das eine Gerät wird mit 10-Gbit/s-Glasfaser versorgt, das andere dient als Brücke zu unserem Messaufbau.
So führen wir den Test durch: Das an die Glasfaser angeschlossene WiFi-8-Gerät bleibt an einem festen Platz im Rechenzentrum. Mit dem zweiten Gerät bewegen wir uns durch Pionen und messen an fünf Punkten: in 0, 5, 15 und 25 Metern Entfernung sowie in Pionens berühmter Glaskabine.
Mit unserem Messaufbau erfassen wir Geschwindigkeit und Latenz zwischen den Knoten unter Last. Zum Vergleich wiederholen wir die Messungen mit WiFi 7. Der letzte Messpunkt wird zum letzten Boss des Tests: Hier stellen die Glaswände die Technik auf die Probe.
Ergebnis
„Oh, verdammt. Jetzt ist die Entfernung also wirklich groß, und dazwischen stehen Stahlschränke. Wir sehen den Router nicht. Ich bin tatsächlich beeindruckt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir dieses Ergebnis bekommen.“
LordDennis’ spontaner Freudenausbruch fasst das Ergebnis gut zusammen: WiFi 8 hält genau, was die Technik verspricht. Je schwieriger die Bedingungen, desto größer wurde der Vorsprung vor WiFi 7 – trotz Pionens funkseitigem Hindernisparcours aus langen Entfernungen, Metallkorridoren und Glaswänden zwischen den Knoten. Bei 0 Metern lag WiFi 8 im Download 26 Prozent vorn, bei 25 Metern war es doppelt so schnell. In der Glaskabine, die die Technik wirklich an ihre Grenzen brachte, schlug sich WiFi 8 deutlich besser als erwartet: Der Download lag bei 1.303 statt 267 Mbit/s, also fast fünfmal so hoch. Auch die Latenz blieb mit 2 bis 4 Millisekunden niedrig, während WiFi 7 bei 25 Metern auf 8,5 Millisekunden anstieg.
Über alle fünf Messpunkte war WiFi 8 durchschnittlich 54 Prozent schneller als WiFi 7.
Die ersten WLAN-8-Router kommen im ersten Quartal 2027 auf den Markt.
| Testentfernung | WiFi 8 download (Mbit/s) |
WiFi 7 download (Mbit/s) |
WiFi 8 upload (Mbit/s) |
WiFi 7 upload (Mbit/s) |
WiFi 8 latenz (ms) |
WiFi 7 latenz (ms) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 meter | 3 809 | 3 029 | 4 719 | 2 888 | 2 ms | 4 ms |
| 5 meter | 3 706 | 2 915 | 4 109 | 2 808 | 2 ms | 5 ms |
| 15 meter | 3 611 | 2 308 | 3 185 | 1 980 | 2 ms | 4 ms |
| 25 meter | 2 633 | 1 294 | 2 777 | 1 564 | 2 ms | 8 ms |
| Glascellen | 1 280 | 267 | 823 | 750 | 4 ms | 5 ms |